GrätzlGRÜN

Stadtgrünpflege weitergedacht

Statistisch gesehen, ist in Wien der Anteil der Grünflächen, dank vielen Parks und anderen großräumigen Grünanlagen, sehr hoch. Doch viele Straßen sind spärlich mit Begleitgrün ausgestattet und daher ist die “spürbare“ Grünmenge in den Straßen der Stadt oft gering. Die Ursache ist klar: kleine, verteilte Grünstrukturen sind schwieriger zu pflegen. 

Das Gießradl liefert hier eine Lösung und ermöglicht, mehr sichtbares Grün in die Stadt zu bringen.

Die Idee

Pflegeteams von 6-8 Bewohner*innen/Familien übernehmen arbeitsteilig die Versorgung von sämtlichen Trögen, Beeten und sonstigen kleineren Grünoasen in ihrem Grätzl mit dem Gießradl. Die Organisationsform im Team ermöglicht, dass die Tätigkeit neben Berufsleben gut machbar bleibt und sich auch mit Urlaubsplänen leicht vereinbaren lässt.

Die Stadt fördert die Pflege, indem sie dem Pflegeteam Gutscheine zur Verfügung stellt, die in den Geschäften und der Gastronomie des Grätzls benutzt werden können. 

GrätzlGRÜN positioniert sich damit als Alternative zwischen dem beherzten aber wenig effizienten DoItYourself-Gießkannen-Ansatz und einem auf Effizienz und Kostensparen getrimmten kommunalen Verwaltungssystem und könnte aus beiden Welten die Vorteile mitnehmen. Nicht zu klein aber auch nicht zu groß.

Mitwirkende im Pflegeteam wären beispielsweise:

  • Jugendliche, die sich über Gutscheine für das Lokal ums Eck oder für das Fitnessstudio freuen, 
  • Eltern, die mit ihren Kindern Gießspaß haben wollen, nachher ein Caféhaus besuchen und mit dem GrätzlGRÜN-Gutschein zahlen
  • oder auch Pensionist*innen, die eine sinnvolle Tätigkeit suchen, sich gerne für mehr Grün in ihrem Grätzl einsetzen und dabei für einen Kuchen in der Lieblingskonditorei eine gemütliche GrätzlGRÜN-Pause machen.

Ein Win-Win-Win-System

Die Stadt

  • bekommt mehr und besser verteiltes Grün im Grätzl,
  • hat Kostenvorteile, da die Pflege durch dieses System der Stadt auf Dauer weniger kostet als durch die Wiener Stadtgärten,
  • fördert die lokale Wirtschaft (Einzelhandel etc).

Die gießradfahrenden Bewohner*innen

  • sind involviert in nachbarschaftliche Aktivitäten -> ihre Identifikation mit ihrem Grätzl wird gestärkt,
  • gewinnen mehr Bezug zur Natur vor der Haustür,
  • haben Spaß mit ihren Kindern/Nachbarn,
  • bekommen eine Aufwandsentschädigung in Form eines Gutscheins.

Die lokalen Geschäfte 

  • bekommen mehr Gäste, die mit GrätzlGRÜN-Gutschein zahlen (und potentiell auch ohne Gutschein wiederkehren),
  • profitieren aus mehr Stadtgrün: attraktivere Straßen = mehr Fußgänger = mehr Kunden.

Die Aussichten

In Kooperation mit der Wien 3420 AG starten wir im Sommer 2021 in der Seestadt eine Pilot-/Evaluerungsphase mit dem Gießradprototyp E-lias und bereiten damit eine mögliche wienweite Ausrollung vor.